Ich bin im Frühjahr 1970 in Peine geboren und in Mehrum (Gemeinde Hohenhameln) aufgewachsen.
Hier konnte ich noch erleben, wie wir Kinder auf der Straße unbeschwert spielen konnten, beim benachbarten Bauern die warme Milch für das Abendbrot holten und auf dessen Strohboden wir auch Verstecken spielten.
Als Kind unbeschwert auf der Straße: mit dem Kettcar.Im Kindergartenalter machte ich bereits erste Erfahrungen mit dem Busverkehr, weil uns jeden Morgen ein Bus ins Nachbardorf fuhr.
Nach den ersten beiden Jahren in der kleinen, gemütlichen Grundschule im Dorf (Klasse 1 und 2 gemeinsam) kam die Zeit von Grundschule und Orientierungsstufe in Hohenhameln, bevor ich dann zum Gymnasium Ilsede wechselte, an dem ich später ganz regulär das Abitur absolvierte. Die weiten Fahrten mit dem Bus waren damals schon zäh und so setzte ich mich für eine Verbesserung des Busangebots ein – für dieses Mal noch mit Leserbriefen.
Zuhause engagierte ich mich früh im örtlichen Jugendtreff und lernte schnell das Zusammenspiel verschiedener dörflicher Interessen und ihre Bedeutungen im Ortsrat kennen. Ich schrieb Anträge, um einen Krökeltisch (Tischfußball-Tisch) zu finanzieren oder ein Open-Air-Konzert auf dem Freigelände des Jugendtreffs (meine ehemalige Grundschule) auf die Beine zu stellen. Das waren tolle Erfahrungen und Erlebnisse in einem wunderbaren Dorf.
Ende der 1980er Jahre - Angriffstruppführer bei den Mehrumer OrtswettkämpfenNicht nur in der offenen Jugendarbeit, auch in der Jugendfeuerwehr und später aktiv in der Feuerwehr erlebte ich, wie in einer Gemeinschaft Gutes entstehen kann. Als Ehrenamtlicher organisierte und begleitete ich bereits in dieser Zeit regelmäßig Kinder- und Jugendfreizeiten sowie Aktionen im Ferienpass.
Während des Zivildienstes bei den mobilen Diensten der Arbeiterwohlfahrt in Peine lernte ich, wie wichtig Unterstützung im Alter und bei Behinderungen ist. Wenn „Essen auf Rädern“ der einzige Kontakt am Tag für Menschen ist, dann bringt der Zivi nicht nur das Essen, sondern vertreibt auch die Einsamkeit – zumindest für einen Moment (auch heute noch ist Einsamkeit großes Thema). Manch „Essenstour“ dauerte länger als geplant, weil ich an der Haustür lange quatschen musste.
Im Studium (1991-1995) zog ich nach Hildesheim. Ich studierte Sozialwesen an der Fachhochschule Hildesheim/Holzminden, wo ich erstmals so richtig Stadtluft schnuppern konnte. Ich fand es herrlich, alles mit dem Fahrrad erreichen zu können, Freundinnen und Freunde wohnten „um die Ecke“. Man konnte in die Kneipe gehen ohne vorher auszulosen, wer denn heute fährt. Im Studium verschlug es mich zum ersten Mal hinter eine Kreishaustür – in das Jugendamt Peine.
Nach dem Studium zog es mich in die berufliche offene Jugendarbeit – erst in Hameln, dann in Laatzen, wo ich später auch noch die Jugendbeteiligung und soziale Angebote in Laatzen-Mitte organisierte. Hier lernte ich nicht nur, im Krökeln mal zu gewinnen. Clevere Gesprächsführung in hektischen Situationen, Wertschätzung gerade dann, wenn es kritisch wird, sind wichtige Bausteine, die mich hier weitergebracht haben. Den Menschen da abholen, wo er steht, ist grundlegend für das Verständnis von Menschen.
Seit 2007 leite ich in Laatzen das Büro des Verwaltungsvorstands der Stadt. An der Schnittstelle zwischen Verwaltung und Politik, auf dem heißen Stuhl der Öffentlichkeit und in der grundlegenden Organisation von Gremienarbeit habe ich in einem wachsenden Team tolle Erfahrungen gemacht. Auch Öffentlichkeitsarbeit in der Krise gehörte erfolgreich zu meinem Lernfeld. Das schult. Seit einigen Jahren ist auch die Stabstelle Nachhaltigkeit in meinem Team aktiv. Von hier aus wurde die Energiewende von Laatzen erfolgreich auf die Gleise gesetzt. Die Führung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern macht dann am meisten Spaß, wenn es gelingt, alle zu motivieren. Ich mag’s, wenn auf der Arbeit richtig was los ist!
Seit 35 Jahren wohne ich im Landkreis Hildesheim. Erst in der Stadt Hildesheim, später in Bettmar (Gemeinde Schellerten), dann in Bledeln und schließlich seit 25 Jahren in Lühnde (Gemeinde Algermissen). Meine vier Kinder sind hier geboren und sind nach wie vor mit ihrer Heimat verbunden. Das spricht Bände. Hier fühlen wir uns wohl.
2019 bin ich aus einer langen Phase der stillen Mitgliedschaft (seit 2004) in unserer Partei wach geworden. Nach einer langen Familienzeit merkte ich einst zuhause auf dem Sofa: die Kinder sind so alt, sie gehen inzwischen nach mir ins Bett. Geschichten wollten sie schon lange nicht mehr hören, meine Frau ist bei Sport und Musik – jetzt kann es losgehen: jetzt kann ich endlich das machen, wofür ich schon immer eine bis dahin schlummernde Leidenschaft hatte: Politik. Und viel mehr noch: Kommunalpolitik.
Ich finde, die meisten Dinge, die uns in unseren Städten und Dörfern direkt betreffen, werden hier vor Ort, hier in der Kommunalpolitik entschieden. Hier entscheiden wir über die Grundlagen unseres Alltags. Und ich hatte schon immer Lust hier mitzugestalten, mich einzumischen. Meine Lebenswelt, die Lebenswelt meiner Familie mitgestalten – und zwar so, dass alle Menschen im Einklang mit der Natur, gerecht und mit Blick in die Zukunft gut leben können. Die Leidenschaft ist nach der erfolgreichen Kommunalwahl in den Gemeinderat und in den Ortsrat stetig gewachsen.
Nun bin ich stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde Algermissen und freue mich jedes Mal auf die Begegnung mit den Menschen hier in diesem Landkreis.
Folgende Mitgliedschaften bereichern zudem mein Leben:
- TUS Lühnde von 1911 e.V. (zeitweise als 3. Vorsitzender)
- Förderkreis TUS Lühnde
- Dorfladen Lühnde w.V. (Gründungsmitglied)
- Förderndes Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Lühnde
- Evangelisch lutherisch (aktiv in der Gestaltung von besonderen Gottesdiensten)
- Kirchenförderverein St. Martin Lühnde, Ummeln und Wätzum
- Deutsches Jugendherbergswerk
- Naturschutzverein Alpebruch im Ornithologischen Verein Hildesheim