Rede zur Bewerbung um die Kandidatur zum Landrat Hildesheim auf Wahlversammlung Bündnis 90/Die Grünen Kreisverband Hildesheim am 1.12.2025
"Liebe Grüne,
Liebe Freund*innen,
Liebe Familie, die ihr heute da seid,
man weiß gar nicht welche der Nachrichten, die täglich auf uns einprasseln schlimmer ist:
ein Temperaturrekord jagt den nächsten, der Klimawandel schreitet voran. Die Auswirkungen sind brutal auf der Welt und auch bei uns spürbar.
Die Bundesregierung ignoriert die Dringlichkeit fatal und will Gaskraftwerke bauen, die keiner braucht. Klimaschutz im Regierungsprogramm? Fehlanzeige.
Das Artensterben schreitet eher leise aber dennoch bedrohlich voran.
Ein Kanzler der getrieben durch die Wölfe im Land durch gezielte Rhetorik spaltet und die Gräben nur noch tiefer werden lässt. Jetzt, wo eigentlich zusammenrücken und Solidarität gefragt ist.
Gießen
Welche dieser Nachrichten ist die schlimmere? Ganz ehrlich? Ich weiß es nicht.
Kann man da noch Hoffnung haben?
Mich fragen Freunde ganz konkret: Matthias, hast DU noch Hoffnung?
2019 bin ich aus einer langen Phase der passiven Mitgliedschaft in unserer Partei wach geworden. Nach einer langen Familienzeit merkte ich einst zuhause auf dem Sofa: die Kinder sind so alt, die gehen inzwischen nach mir ins Bett. Geschichten wollten die schon lange nicht mehr hören, meine Frau ist bei Sport und Musik – jetzt kann es losgehen: jetzt kann ich endlich das machen, wofür ich schon immer eine bis dahin verborgene Leidenschaft hatte: Politik. Und viel mehr noch: Kommunalpolitik.
Ich finde, die meisten Dinge, die uns in unseren Städten und Dörfern direkt betreffen, werden hier vor Ort, hier in der Kommunalpolitik entschieden. Hier entscheiden wir über die Fundamente unseres Alltags. Und ich hatte schon immer Lust hier mitzugestalten, mich einzumischen. Meine Lebenswelt, die Lebenswelt meiner Familie mitgestalten – und zwar so, dass alle Menschen im Einklang mit der Natur, gerecht und mit Blick in die Zukunft gut leben können. Findet ihr nicht auch, dass wir Grüne es sind, die mit ihren politischen Entscheidungen am weitesten in die Zukunft gucken? Ich finde das und das ist unheimlich schlau so zu tun.
Und heute bewerbe ich mich bei euch um die Kandidatur als Landrat für den Landkreis Hildesheim, weil ich Akzente setzen will, wie wir es in diesen schwierigen Zeiten besser machen können.
In den kommenden Minuten möchte ich euch einen Überblick geben über ein paar Zusammenhänge und Möglichkeiten, die ich persönlich sehe, um dem, was wichtig ist, zu begegnen.
Und ganz oben steht hier für mich der Klimaschutz.
Klimaschutz, der eigentlich in erster Linie Menschenschutz ist.
Aber welche Chancen und Herausforderungen sehe ich für den Landkreis in den kommenden Jahren?
Das Ziel des Landkreis ist klar: 2040 sind wir klimaneutral! Das sind noch 15 Jahre Zeit. Ich halte es für unabdingbar, dass wir an diesem Ziel festhalten. Unsere grüne Kreistagsfraktion hat hier in den letzten Jahren immer wieder dem Thema die Bedeutung gegeben, die es verdient. Wir haben ein Klimaschutzaktionsprogramm, das uns klar zeigt, wie wir es hinbekommen. Auf 131 Seiten sind Maßnahmen zusammengefasst, die wir angehen müssen. 131 Seiten, die uns aber auch ehrlich machen und zeigen, dass es nicht von alleine geht, dass es gesellschaftliches Engagement braucht, dass es wirtschaftliches Engagement braucht, aber auch, dass es vor allem politischen Willen braucht, den Weg weiterzugehen.
Mit mir an der Spitze der Kreisverwaltung gibt es den politischen Willen, diesen Weg konsequent zu gehen.
Klimaneutralität in 2040 ist keine Utopie sondern ein klares Ziel und ein Auftrag, den uns unsere Kinder und Enkelkinder ins Aufgabenbuch geschrieben haben. Klimaschutz muss endlich Mainstream werden – denn das ist es noch nicht überall.
Gerade im Klimaschutz gibt es zudem auch Potenziale für uns, die ich deutlich sehe. Die für den Klimaschutz wichtige energetische Transformation bringt beispielweise eine neue Wertschöpfungskette in unserer Region: Windkraft. Wir Grünen haben es schon immer gewusst, dass regenerative Stromerzeugung nicht nur eine saubere Sache ist, sondern auch noch ertragreich. Nicht nur, dass durch die Akzeptanzabgabe Geld in die Gemeindekassen dafür fließt, wo es früher kein Geld für gab. Auch dadurch, dass nun das Geld für die Energie nicht mehr nach Russland oder sonstwo fließt, sondern ein Großteil davon in unserem Landkreis bleibt, haben wir künftig auch im Landkreissäckel mehr Geld und mehr Spielraum für wichtige Investitionen. Über den Strom kommt Geld in unseren Landkreis. Die Landbesitzerinnen, die daran verdienen, die Betriebe, die beim Aufbau der Windräder unterstützen, die Energiegenossenschaften, die sich an den Anlagen beteiligen, und hoffentlich auch verdienen wir dann, wenn die Netzentgelte für uns geringer sind als für die Regionen, in die der Strom aufwändig hin transportiert werden muss. Grüße nach Bayern gehen raus! Die Windenergie ist ein echter Gamechanger auch in puncto Finanzkraft bei uns.
Als alter Mehrumer aus dem Schatten des Kraftwerks weiß ich: Früher brauchten wir Kohle für Strom. Jetzt machen wir mit Strom Kohle für die Gemeinden – ein echter Gewinn für unseren Landkreis.
Rede vor vollem Haus
Natürlich muss auch der Landkreis in allem als Vorbild vorangehen. Zum Gelingen unserer Treibhausgasziele trägt aber maßgeblich auch noch eine andere Institution bei: die Klimaschutzagentur. Morgen feiert sie ihren 10. Geburtstag.
Im eben schon erwähnten Maßnahmenkatalog des Klimaschutzkonzeptes sind auch die Akteure benannt, die für die Maßnahmen verantwortlich sind. Und immer wieder taucht hier sehr richtig die Klimaschutzagentur als ein Akteur auf, der vernetzt und koordiniert, der bildet, informiert und berät, andere unterstützt. Die Klimaschutzagentur ist letztlich auch die Instanz, die die Wirkung feststellt und transparent macht, ob wir noch auf dem richtigen Pfad sind.
Nur so versetzen wir alle wichtigen Instanzen, die Menschen in unserem Landkreis, unsere Gemeinden, unsere Wirtschaft, die Landwirtschaft in die Lage, an der Klimaneutralität 2040 mitzuwirken.
Die Klimaschutzagentur ist ein wichtiger Faktor, den ich deutlich stärken werde, damit sie eine zuverlässige Partnerin in diesem anspruchsvollen Weg ist.
Sie muss deutlich präsenter werden, dafür braucht es eine gute Ausstattung in Personal und Knowhow. Wir dürfen da die Hausbesitzerinnen in Nordstemmen ebenso wenig alleine lassen wie die Mieterinnen in der Nordstadt. Es kann nicht sein, dass Andreas aus Ummeln mehrere Anläufe braucht, um eine Vermittlung für die Energieberatung für sein Häuschen zu bekommen.
10 Jahre Klimaschutzagentur – ich bin mir sicher: da geht noch mehr. Ich will einen Landkreis, der die Menschen, die Gemeinden, die Wirtschaft mit dieser Frage „Was kann ich tun für den Klimaschutz?“ nicht alleine lässt, sondern unterstützt.
Wer über die Welt von Morgen redet, kommt auch um das Thema Mobilität nicht drumrum.
Wir brauchen gute Bedingungen für unsere agile Mobilität. Wie komme ich zuverlässig zur Arbeit, wie kommen die Kinder sicher in die Schulen auch über weite Wege?
Die Bedeutung gerade aber einer nachhaltigen Mobilität wie ÖPNV, Fahrrad und zu Fuß dabei muss größer werden und die gilt es zu stärken. Die Bedeutung von Bus und Bahn wächst zwar, kann aber auch nur seine Wirkung entfalten, wenn das Zusammenspiel zuverlässig funktioniert. Hier braucht es langfristige Investitionen in einfache Übergänge, und eine ständige Weiterentwicklung der dafür notwendigen Infrastruktur.
Gerade im ländlichen Raum ist in puncto Taktung der Busse und Vernetzung mit Bahn und Fahrrad noch ganz viel Luft nach oben. Auch wenn vieles bereits funktioniert, fehlt es mir noch an einem durchdringenden Marketing, das den Bus als gute Alternative in unsere Lebenswelten rückt. Mein Eindruck ist der: der RVHI ist einst als Schulbusverkehr für den Landkreis gestartet und aus diesem Selbstverständnis heraus noch nicht am Ende der Entwicklung angekommen. Wir brauchen einen ÖPNV, der sich selbstbewusst positioniert und sich als echte Alternative sieht. Bis dahin ist’s ein langer Weg, den ich aber vorhabe zu gehen. Aber solange wir noch nicht angekommen sind, sind wir gerade auf dem Dorf noch stärker auf das Auto angewiesen:
Denn: In den Dörfern ist vieles woanders, aber nicht IM Dorf. Unsere Arbeit, die Ärztin, die Schule, der Laden und vieles mehr ist immer woanders. Und was tun wir, wenn wir da hinwollen? Wir klettern in unsere Autos und fahren motorisiert dahin. Das Auto ist in den Dörfern (noch) nicht wegzudenken.
Unsere Infrastruktur für Fahrrad und zu Fuß ist lange noch nicht einladend und sicher genug, um damit mit Freude und sicher von A nach B zu kommen. Leider tut sich der Landkreis bisher sehr schwer damit, etwas zu tun, damit das anders wird.
Auch in puncto E-Ladesäulen für Autos auf den Dörfern sind wir noch nicht da, wo wir sein müssten. Elektromobilität ist hier eine großartige Möglichkeit.
Aber nicht nur der Landkreis tut sich schwer. Auch wir in den Gemeinden. Hierzu ein kleine Anekdote aus Algermissen. Habt ihr schon mal einen Fahrradantrag gestellt? Ich erinnere, dass unsere ersten Fahrradanträge in Algermissen in der laufenden Wahlperiode im Sportausschuss beraten werden sollten. Denn: Hier geht es ja offenbar um Sport und Bewegung und nicht um Gemeindeentwicklung – ich sag’s euch: in Algermissen haben wir Grüne mit unserer Hartnäckigkeit Horizonte geöffnet.
Ich weiß nicht, was ihr beobachtet. Der Bau von Fahrradwegen ist hierzulande offenbar ein dickes Brett, das es zu bohren gilt.
Aber schauen wir doch mal hin:
Von den 15 Maßnahmen des Radwegebauprogramms des Landkreis Hildesheim, das vor vier Jahren beschlossen wurde, ist noch bei keiner einzigen ein Baustart in Sicht.
Ja ich weiß, Planungsphasen sind zäh. Und wir sind ungeduldig. Aber in der Beantwortung des Landrates einer Frage nach dem Sachstand des Radweges zwischen Bledeln und Ingeln beispielweise gibt es die Offenbarung: es fehlte an Leuten in der Verwaltung. Ich kenne die personelle Ausstattung dieser Stelle nicht im Detail – aber klar ist auch: bei Vakanzen muss priorisiert werden. Mit mir als Leiter der Verwaltung haben Radwege Priorität.
Wir müssen hier schneller werden, nicht nur weil Fahrradfahren Spaß macht und eine „erholsame Sport- und Freizeitbeschäftigung“ (wie anfangs in Algermissen gedacht) ist, sondern weil diese Verbindungswege es sind, die zu einer klimaneutralen, nachhaltigen und sicheren Fortbewegung einladen. Damit unsere Kinder Lust haben, mit dem Fahrrad zur Schule, zum Bahnhof, zu Freundinnen zu fahren und wir Eltern keine Angst haben müssen.
Werfen wir also einen Blick auf die Verwaltung.
Verwaltungen haben selten ein gutes Image. Alles braucht zu lange, umständliche Papiere müssen meist herangeschafft werden, Bescheide sind schwer verständlich, Nachforderungen beinhalten Fristen – und und und. Kommt ein Brief vom Amt steigt der Adrenalin-Pegel. Ich gebe zu: keine der 4 Elterngeld-Anträge für meine Kinder habe ich seinerzeit auf Anhieb „unfallfrei“ gestellt – immer gab es Nachforderungen.
Aber seitdem ich zu erkennen gegeben habe und es öffentlich wurde, dass ich Landrat werden will, sprechen mich beinahe regelmäßig Menschen an und erzählen mir Geschichten, die sie mit der Behörde Landkreis gemacht haben.
Da ist zum Beispiel XXXX aus Algermissen, der im Sommer 2024 seinen Einbürgerungsantrag vollständig abgibt und 14 Monate später Bescheid bekommt, dass der Antrag jetzt bearbeitet werde. Er solle nun aber eine aktuelle Gehaltsmitteilung und aktuelle Geburtsurkunde erneut abgeben, da diese Unterlagen ja jetzt bereits älter als 1 Jahr sind.
Oder XXXX und XXXX aus Sarstedt, die Weihnachten 2024 beim Sozialamt beim Landkreis einen Antrag auf Übernahme von Betreuungskosten für ihre erwachsene behinderte Tochter gestellt haben und heute noch keine Antwort haben.
In weiteren Gesprächen ging es um die Bauaufsicht mit ähnlichen langen Wartezeiten.
Ich frage Sie Herr Lynack: was ist da los? Wissen Sie davon und tun nichts? Oder haben Sie keine Kenntnis davon? Ich sage: Beides ist Mist.
Der Wunsch nach Bürokratie-Abbau ist in aller Munde. Verwaltungen arbeiten umständlich, beschäftigen sich mit sich selber und stehen sich dabei selber im Weg. Soweit das Image.
Aber Verwaltungen sind mehr als das: sie sind auch der Garant für Rechtstaatlichkeit, der Garant für unsere Demokratie, Verwaltungen sind Hilfe in der Not und organisieren unser Leben – oft still und leise im Hintergrund.
Was aber stimmt ist: viele Verwaltungen brauchen ein deutliches Refreshing. In meinem Bild von einer zukünftigen Verwaltung arbeiten Menschen nach einfachen und digitalen Prozessen die Vorgänge bürgerinnenfreundlich ab. Sie sind gerne auf der Arbeit, weil sie in ihrer Arbeit einen Sinn sehen und in einer guten Atmosphäre kreativ und produktiv sein können. Ich bin überzeugt davon, dass das geht. Und wenn ich eben noch die langen Bearbeitungszeiten kritisiert habe, dann weiß ich die Ursache nicht bei den Mitarbeiterinnen sondern in der Organisation.
In den nächsten Jahren werden immer mehr Menschen aus der Verwaltung in den Ruhestand gehen und der Fachkräftemangel wird auch bei uns deutlich. Wir MÜSSEN also zwangsläufig die Abläufe effektiver machen und das geht nur mit einer Verschlankung der Prozesse und einer umfangreichen Digitalisierung.
Liebe Grüne, in meiner Amtszeit werde ich mich um die Verwaltung, um die Menschen in dieser Kreisverwaltung kümmern. Ich möchte hier nämlich ein menschenfreundliches und wertschätzendes Leitbild etablieren, eine Führungskultur, die Klarheit auf Augenhöhe kommuniziert, die die Menschen mit ihren Stärken sieht und Lust hat, sie zu motivieren.
Ich möchte, dass die Menschen gerne zur Arbeit gehen auch wenn es mal stressig ist, weil es hier eine Führungskultur gibt, die auf Teamarbeit und eine wertschätzende Fehlerkultur wert legt. Dieses Bild möchte ich mit der Belegschaft gemeinsam entwickeln. Das ist mir wichtig, denn nur wenn wir uns wohl fühlen auf der Arbeit, können wir auch gut sein. Ich freue mich auf die Menschen hinter der Kreishaus-Tür. Auch hier ist mir das Klima wichtig.
Liebe Grüne, ein weiteres Thema liegt mir noch besonders am Herzen.
„Damit Zukunft wieder eine Zukunft hat“
– so war der Slogan am Wochenende auf unserem Parteitag. Damit Zukunft wieder eine Zukunft hat …
Um wessen Zukunft geht es hier? Ja um unser aller Zukunft. Aber wer hat denn noch am meisten Zukunft?
Ja, unsere Kinder, unsere Jugend, unsere jungen Familien. Und wenn wir auf welcher politischen Ebene auch immer Entscheidungen treffen, dann sind es Entscheidungen die die Zukunft beeinflussen. Daher ist es mir wichtig, genau diejenigen an den Entscheidungen zu beteiligen, die es am meisten betrifft. Die Jugendbeteiligung, ob formell über das Parlament oder projektbezogen, lebensweltorientiert. Egal wie. Mir ist es wichtig, gerade mit jungen Menschen im Gespräch zu bleiben, weil um ihre Zukunft geht es. Ob hauptberuflich als Sozialarbeiter in der Jugendarbeit oder ehrenamtlich in meiner Gemeinde, ob im Gespräch auf der Straße oder in der Kneipe – Kinder und Jugendliche nach ihrer Meinung zu fragen ist mir immer ein Gewinn. Und daran werde ich auch im Landratsbüro nach Kräften anknüpfen. Ob organisiert im Jugendparlament, oder projektbezogen – Zukunft gestalten mit ihnen gemeinsam. Fragen wir die Kinder und Jugendlichen, denn sie sind Expertinnen in eigener Sache.
Bleiben wir beim Thema. Ich weiß: Meine Kinder sind privilegiert aufgewachsen. Beide Eltern, oder genauer gesagt, alle Eltern mit guten beruflichen Abschlüssen. Unsere Einkommen haben uns ermöglicht, verhältnismäßig viel Zeit mit der Familie zu verbringen. Aber das geht nicht allen so. Das weiß ich auch. Und das ist fatal: „Wer aus einem akademischen Elternhaus kommt, hat um ein Vielfaches häufiger einen Hochschulabschluss als diejenigen, deren Eltern keinen akademischen Abschluss haben.“, weiß das statistische Bundesamt im Bildungsbericht 2024. Ihr Lieben: ich finde das ungerecht!
Ich finde es ungerecht, wenn der Bildungserfolg von Kindern offenbar von der Bildung der Eltern abhängt.
Wir brauchen ein immer besser werdendes System aus Bildung und Betreuung, das dieser Ungerechtigkeit entgegen wirkt. Wir brauchen Kindertagesstätten, die unseren Eltern zuverlässige Partner hierbei von Anfang an sind, damit auch die alleinerziehende Mutter überhaupt eine Chance hat, den Lebensunterhalt zu verdienen und ihr Kind in der Zeit die Bildung bekommt, die es braucht. Wir brauchen Ganztagsschulen, die die Kinder auch ganz sehen und ihnen eine wertvolle Lebenswelt ist. Wir brauchen weiterführende Schulen, in der sich junge Menschen entwickeln können und an ihrer Wirksamkeit glauben können. Alles, was der Landkreis dafür tun kann, damit alle Kinder die gleichen Chancen auf den besten Bildungserfolg haben, will ich von Herzen unterstützen.
Was ist mir noch wichtig?
Ich will einen Landkreis, in dem sich alle Menschen zu Hause fühlen können.
Ich will eine Verwaltung, in der alle Menschen egal welchen Geschlechts, die gleichen beruflichen Aufstiegschancen haben .
Ich wünsche mir eine gute Zusammenarbeit zwischen dem Landkreis und den Gemeinden, auch in puncto Finanzen;
Ich werde die Wirtschaft mit unseren Schulen und Universitäten stärker vernetzen, damit alle von der Transformation in unserem Landkreis profitieren.
Wir brauchen Bodenschutzkonzepte in den Gemeinden, die den Wert unserer Böden erkennen. Unser Wachstum an dieser Stelle ist endlich – wir haben jeden qm nur einmal und brauchen ihn aber so oft!
Wir brauchen einen Hochwasserschutz der jeden Bach und jeden Fluss von der Quelle bis an die Mündung denkt und alle Anrainer dann schützt, wenn es nicht aufhören will zu regnen.
Und: ich träume von einem Landkreis, in dem keine Frau, kein Mensch Angst vor Gewalt haben muss!
Liebe Grüne, warum ich? Was macht mich zur idealen Besetzung für den Posten des Landrates?
Hier in der Gegend bin ich geboren und aufgewachsen, hier im Landkreis lebe ich, in der Stadt, in den Dörfern. Ich weiß, wie es sich hier anfühlt, Ich weiß, wie sich hier der Alltag anfühlt.
Ich weiß, wie es sich anfühlt
Wenn man hier Kinder großzieht
Hier studiert
Der Bus zu spät kommt oder der Zug ausfällt
Wenn Kinder morgens krank sind aber der erste Termin auf der Arbeit wartet,
Wenn aus Gemeinschaften was Großes entsteht
Wenn aus Fremden Freunde werden.
Ich weiß, wie es sich anfühlt wenn man im Landkreis Hildesheim wohnt.
Mit meiner Erfahrung aus der Kommunalpolitik und meinem Kompass für eine nachhaltige Entwicklung möchte ich Verantwortung für meinen Heimat-Landkreis übernehmen. Wir ihr seht: Ich habe eine klare Vorstellung davon, was in den nächsten Jahren auf uns zukommt und wie wir den Landkreis zukunftsfest machen.
Seit 2007 sitze ich als Büroleiter und Pressesprecher mit am Tisch des Laatzener Verwaltungsvorstands und immer an der Schnittstelle zur Politik. Ich kenne beide Seiten des kommunalpolitischen Zusammenspiels.
Ich weiß, wie eine Verwaltung arbeitet und habe langjährige Erfahrung in der Führung und Motivation von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Durch die Arbeit in der Stabstelle Nachhaltigkeit sind mir die kommunalen Möglichkeiten und Notwendigkeiten bestens bekannt, wie wir nachhaltiges Handeln einer Verwaltung etablieren können.
Seit 2021 (bis gestern) war ich Fraktionsvorsitzender im Algermissener Rat und auch Mitglied im Ortsrat Lühnde. Seit einigen Wochen bin auch stellvertretender Bürgermeister.
Aber was mindestens genauso wichtig ist: Ich kenne unsere Lebenswelten im Landkreis. Ich lebe auf dem Land und mag die Stadt – in beiden Welten fühle ich mich wohl.
In all meinen ehrenamtlichen Tätigkeiten wurde und wird mir noch immer deutlich, wie wichtig Begegnungen mit anderen sind. Sie tun uns Menschen überall gut, und auch mir.
Ob in der Kirche oder im Sportverein, am Runden Tisch, in der Partei oder in der Nachbarschaftshilfe – überall brachte uns die Gemeinschaft am meisten voran.
Als Vater von vier (ach herrjeh bereits erwachsenen) Kindern weiß ich, was es braucht, um Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen.
Ich liebe die Natur. Ob im Regen mit dem Hund, auf einer Wanderung mit meiner lieben Frau durch Südengland oder bei ersten wärmenden Sonnenstrahlen im Frühjahr. Ich weiß aber auch um die Bedeutung der Natur. Die Vielfalt der Lebewesen ist eine existenzielle Grundlage unseres Lebens.
Als leidenschaftlicher Fahrradfahrer schätze ich die Bewegung an der frischen Luft.
Ob Familie, Freundschaften, Nachbarschaften, Vereine und Kirchentreffen oder auch hier bei euch – ich bin immer gerne mit Menschen zusammen. Hier erlebe ich, wie vielfältig Menschen und ihre Ansichten sein können, und wie gewinnbringend es ist, wenn wir vielfältig sind.
Wollen wir Themen gemeinsam entwickeln, so reden wir offen und ehrlich miteinander. Insbesondere dann, wenn die Meinungen unterschiedlich sind, brauchen wir einen wertschätzenden Dialog. Ich kann unterschiedliche Positionen abwägen und in eine Entscheidung führen.
Ich bringe das Wissen und die Erfahrung mit, um mit Leidenschaft Landrat dieses Landkreises zu sein. Hier möchte ich künftig wirken.
Apropos wirken! Wirksamkeit ist das stärkste Mittel, gegen den Frust über die gegenwärtige Lage. Ein Mittel, das ich selber brauche. Selber aktiv zu sein für den Bereich, in dem ich wirksam sein kann. Ich kann nicht die Welt in der Gänze retten aber vor meiner Haustür fegen – und zwar solange und soweit der Besen und ich können.
Ganz ehrlich: ich bin ziemlich froh über meine Eingebung 2019 zuhause auf dem Sofa. Kommunalpolitik macht mir riesig Spaß.
Und dann noch zur Eingangsfrage:
Matthias: hast Du noch Hoffnung? Ich antworte an dieser Stelle gerne so: Es müsste erstmal richtig heißen: GIBT es noch Hoffnung? Und da sage ich klar: Solange es Menschen gibt,
- die ihre Wirksamkeit spüren und sich in der Sache für eine gute Zukunft einsetzen,
- solange Aktionen nicht aufhören, für einen gesellschaftlichen Zusammenhalt zu kämpfen
- solange sich Menschen zusammentun und das in ihrem Fokus haben
- solange es Umweltgruppen, solange es Greenpeace, Fridays for Future, Extinction Rebellion, die Deutsche Umwelthilfe, Omas gegen rechts und UNS GRÜNE gibt,
- solange GIBT es noch Hoffnung.
Und solange es noch Hoffnung gibt, habe ich auch die Zuversicht, dass es uns gelingen wird, die Zukunft zum Wohle von Mensch und Natur zu gestalten.
Ich habe Lust, diese Zukunft zu gestalten und freu mich darauf, mit den Menschen hier diesen Landkreis zukunftsfest zu machen.
Kurzum: Ich bin von hier, Ich bin einer von euch und ich habe Lust auf morgen. Vielen Dank.
Liebe Grüne. Ich bitte euch um das Vertrauen in die Kandidatur zum Landrat.
Die Familie mit dabei - danke für die Glückwünsche
Der Vorstand gratuliert zu dem tollen Wahlergebnis