Dieses Thema lässt mir keine Ruhe: Aus meiner Zeit als Sozialarbeiter sind mir Situationen bekannt, die brenzlig waren.
Die tragischen Ereignisse in Stade machen jetzt nochmal drastisch deutlich, dass die Arbeit in der Kinder- und Jugendhilfe auch mit hohen persönlichen Risiken verbunden sein kann.
Als Landratskandidat ist es mir ein wichtiges Anliegen, gemeinsam mit den Mitarbeitenden des Jugendamts und der freien Jugendhilfe tragfähige Sicherheitskonzepte weiterzuentwickeln. Dabei darf es nicht um Abschottung oder Misstrauen gehen. Die Stärke der Kinder- und Jugendhilfe liegt in ihrer Beziehungsarbeit, ihrer Offenheit und ihrer Nähe zu den Menschen. Diese Grundhaltung muss erhalten bleiben!
Sicherheit und Beziehungsarbeit sind kein Widerspruch
Gleichzeitig braucht es klare und verlässliche Strukturen, um Risiken künftig zu vermeiden. Dazu gehören professionelle Gefährdungsanalysen, abgestufte Sicherheitsmaßnahmen, regelmäßige Deeskalations- und Krisentrainings, Notfallpläne sowie eine enge Zusammenarbeit mit Polizei, Arbeitsschutz und weiteren Fachstellen. Diese Konzepte dürfen nicht nur auf dem Papier bestehen, sondern müssen regelmäßig überprüft, weiterentwickelt und im Arbeitsalltag gelebt werden.
Ein Sicherheitsdienst alleine reicht nicht aus.
Sicherheit und Beziehungsarbeit sind kein Widerspruch: Nur Mitarbeitende, die sich geschützt fühlen, können ihre anspruchsvolle Arbeit mit der notwendigen Ruhe, Professionalität und Empathie leisten.
Meine Gedanken sind bei den Angehörigen, den Kolleg*innen sowie allen Mitarbeitenden der Jugendämter und der freien Jugendhilfeträger, die täglich mit großem Engagement Verantwortung für den Schutz und die Entwicklung von Kindern, Jugendlichen und Familien übernehmen.
Nach der Tat in Stade ist die Arbeit in der Jugendhilfe aber auch in vielen anderen Bereichen der Kreisverwaltung eine andere.
Ich werde mich dafür einsetzen, dass die Sicherheit der Beschäftigten im Jugendamt und Einrichtungen der freien Jugendhilfe aber auch für alle anderen Bereiche der Kreisverwaltung einen festen Platz in unserem Landkreis erhält. Dazu gehören ausreichende personelle und finanzielle Res-sourcen ebenso wie eine offene Beteiligung der Mitarbeitenden bei der Entwicklung und Umsetzung entsprechender Sicherheitskonzepte.
Für die Bereitstellung der Ressourcen ist die Politik und die Verwaltung jetzt in der Verantwortung.