Das Bedürfnis der Menschen nach Sicherheit ist groß - und dieses Bedürfnis müssen wir ernst nehmen. Dabei helfen uns aber weder zusätzliche Bürokratie noch neue Strukturen um ihrer selbst willen. Entscheidend ist, was vor Ort tatsächlich wirkt.
Sicherheit entsteht nicht allein durch Kontrolle. Sie entsteht auch dort, wo Menschen miteinander im Gespräch sind, Verantwortung füreinander übernehmen und Vertrauen in ihr unmittelbares Umfeld haben.
In einige Gesprächen berichten mir Menschen von einem Gefühl der Unsicherheit. Das nehme ich ernst. Deshalb brauchen wir einen stärkeren, am Gemeinwesen orientierten Dialog und gemeinsam entwickelte Lösungen vor Ort. Der Landkreis sollte zusammen mit den Städten und Gemeinden überlegen, wie Begegnung, Austausch und gegenseitiges Vertrauen gestärkt werden können.
Mehr Kontakt schafft mehr Vertrauen. Und gerade in unseren Dörfern, Städten und Stadtteilen wissen wir, wie wichtig ein gutes Miteinander ist.
Ein Beispiel dafür, wie Prävention konkret funktionieren kann, ist die gemeinsame Initiative von Stadt und Landkreis im Bahnhofsumfeld. Sozialarbeit und niedrigschwellige Angebote können dazu beitragen, Konflikte frühzeitig zu erkennen, Teilhabe zu ermöglichen und Situationen nachhaltig zu verbessern. Genau dort muss Prävention ansetzen: nah an den Menschen und an den tatsächlichen Herausforderungen.
Auch interkommunale Zusammenarbeit gibt es längst. Die Gemeinden Algermissen und Harsum sowie die Stadt Sehnde und die Gemeinde Hohenhameln arbeiten beispielsweise bereits gemeinsam im Bereich der Verkehrsüberwachung. Solche Kooperationen zeigen, dass kommunale Zusammenarbeit funktionieren kann - sogar über Landkreisgrenzen hinweg.
Eine zusätzliche landkreiseigene Struktur muss deshalb einen klaren Mehrwert haben. Wenn dafür kein zusätzliches Personal vorgesehen ist, müsste transparent beantwortet werden, welche bestehenden Aufgaben darunter leiden würden. Wenn einzelne Kommunen einen zusätzlichen Bedarf sehen, sollte gemeinsam nach Lösungen gesucht werden - allerdings nicht zulasten der übrigen Städte und Gemeinden.
Noch wichtiger ist für mich: Präventionsarbeit muss viel früher beginnen.
Familien mit Unterstützungsbedarf brauchen rechtzeitig gute und verlässliche Angebote. Eine leistungsfähige Jugendhilfe muss in der Lage sein, Kinder, Jugendliche und Eltern frühzeitig zu unterstützen und gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen.
Dafür brauchen wir eine starke Jugendhilfe und eine enge Zusammenarbeit mit den freien Trägern. Erfolgreiche Prävention entsteht nicht durch pauschale Kürzungen, sondern durch gute Konzepte, frühzeitige Unterstützung und verlässliche Strukturen.
Gleichzeitig müssen wir die Kinderbetreuung konsequent an den Bedürfnissen der Familien weiterentwickeln. Denn starke Familien sind eine entscheidende Grundlage für eine starke Gemeinschaft.
Besonders wichtig ist mir dabei ein respektvoller Umgang mit Menschen, die auf staatliche Unterstützung angewiesen sind. Sie dürfen nicht unter Generalverdacht gestellt werden. Viele von ihnen befinden sich ohnehin in schwierigen Lebenssituationen und sind darauf angewiesen, dass Verwaltung zuverlässig, schnell und nachvollziehbar arbeitet.
Wenn Menschen lange auf Entscheidungen oder Leistungen warten müssen, sollten wir deshalb zuerst die Abläufe und Strukturen innerhalb der Verwaltung überprüfen. Was wir brauchen, ist eine leistungsfähige, bürgernahe Verwaltung – keinen zusätzlichen bürokratischen Aufwand.
Für die Verfolgung von Straftaten sind Polizei und Justiz zuständig. Aufgabe der Kommunalpolitik ist es, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass Konflikte möglichst gar nicht erst entstehen.
Mein Ansatz ist deshalb klar: Prävention stärken, Familien unterstützen und den Dialog vor Ort fördern. Denn Vertrauen, Zusammenhalt und ein gutes soziales Umfeld tragen entscheidend dazu bei, dass Menschen sich sicher fühlen.